Acht bis vierzig Access Points: die Bauweise entscheidet
Die Frage „Wie viele Access Points brauchen 40 Zimmer?“ bekommen wir in jedem Erstgespräch mit einem Hotel. Die kurze Antwort lautet: zwischen acht und vierzig. Ein Neubau mit Trockenbauwänden und Zimmern auf einem Flur kommt mit einem Access Point je vier bis fünf Zimmer aus. Ein Friesenhaus aus dem 19. Jahrhundert mit 60 Zentimeter Klinker und Stahlbetondecken aus dem Umbau von 1975 braucht fast einen je Zimmer. Was dazwischen liegt, zeigt erst eine Messung vor Ort.
Trotzdem gibt es Regeln, mit denen Sie ein Angebot einordnen können. Darum geht es in diesem Text, und am Ende steht ein Rechenbeispiel mit echten Größenordnungen.
Faustregeln je Bauweise
| Bauweise | Zimmer je Access Point | Bei 40 Zimmern |
|---|---|---|
| Neubau, Trockenbau, Zimmer an einem Flur | 4 bis 5 | 8 bis 10 |
| Massivbau nach 1990, Kalksandstein | 3 bis 4 | 10 bis 14 |
| Altbau, Klinker, Stahlbetondecken | 1 bis 2 | 20 bis 40 |
| Reetdach, Fachwerk, Holzdecken | 3 bis 5 je Etage | 8 bis 14 |
| Bungalows und Ferienhäuser verteilt | 1 je Haus oder je 2 Häuser | 20 bis 40 |
Die Zahlen gelten für Access Points im Flur. Im Altbau ist das der Fehler, den wir am häufigsten sehen: Zehn Geräte auf dem Flur, in den Zimmern am Fenster kein Empfang. Die Alternative ist ein kleiner Access Point im Zimmer, in der Netzwerkdose an der Wand, der zugleich den Fernseher und das Telefon anschließt. Das sind mehr Geräte, aber jedes ist günstiger, und der Gast hat vollen Empfang am Bett und auf dem Balkon.
Ein zweiter Punkt ist das Frequenzband. Das alte 2,4-GHz-Band reicht weiter, ist aber in einem Hotel mit vierzig Fernsehern, Bluetooth-Kopfhörern und Mikrowellen überfüllt. Das 5-GHz-Band ist schneller und ruhiger, kommt aber schlechter durch Wände. Deshalb werden es eher mehr Access Points mit weniger Sendeleistung als wenige mit voller Leistung. Wer die Leistung aufdreht, um Zimmer zu erreichen, erzeugt Störungen bei den Nachbarn.
Gäste-WLAN getrennt vom Betrieb
Der Gast darf ins Internet, nicht in die Hotelkasse, nicht an die Buchungssoftware und nicht an den Drucker an der Rezeption. Das wird über getrennte Netze gelöst, die über dieselben Access Points laufen: ein Netz für Gäste, eines für den Betrieb, eines für Geräte wie Fernseher, Schließanlage und Heizungssteuerung. Jedes Netz hat eigene Regeln. Das Gästenetz isoliert zusätzlich die Gäste untereinander, damit Zimmer 12 nicht den Laptop von Zimmer 14 sieht.
Das ist keine Luxusfunktion. Im Hotel sind jeden Tag fremde Geräte im Netz, das macht das Gäste-WLAN zu einem möglichen Einfallstor. Eine Kasse mit TSE, die im selben Netz hängt wie die Gäste, ist ein Risiko, das auch die Cyber-Versicherung abfragt.
Anmeldeseite: so wenig wie möglich
Eine Anmeldeseite, auf der der Gast E-Mail-Adresse, Geburtsdatum und Zustimmung zum Newsletter eingeben muss, kostet Bewertungssterne und bringt wenig. Was sich bewährt hat: ein Klick auf „Verbinden“ mit Hinweis auf die Nutzungsbedingungen, dazu ein Code auf der Zimmerkarte oder ein WLAN-Name je Zimmer. Die Anmeldung gilt für den Aufenthalt, nicht für 24 Stunden. Für Tagungen gibt es einen eigenen Zugangscode mit Ablaufdatum.
Welche Haftungsfragen beim Betrieb eines Gäste-WLANs für Ihr Haus gelten, klären Sie mit Ihrer Rechtsberatung. Technisch sind ein Jugendschutzfilter und die Sperre bekannter Tauschbörsen-Ports sinnvoll, mehr Protokollierung nicht: Sie erzeugt Daten, die Sie nach DSGVO schützen und löschen müssen.
Bandbreite je Gast und die Leitung dahinter
Streaming in HD braucht 5 bis 8 Megabit je Sekunde, 4K bis zu 25. Abends um 21 Uhr streamen in einem Hotel mit 40 Zimmern oft mehrere Geräte gleichzeitig. Als grobe Faustregel ergibt sich ein Bedarf von rund 100 bis 250 Megabit im Download. Dazu kommt der Betrieb: Buchungssystem, Kasse, Cloud-Telefonie, Videoüberwachung, Updates. Eine Glasfaserleitung mit 500 Megabit oder mehr ist für diese Größe die richtige Klasse; ein alter Kupferanschluss mit 50 Megabit ist das Nadelöhr, und dann helfen auch vierzig Access Points nicht.
Die Verteilung im Haus läuft über Netzwerkkabel zu jedem Access Point, nicht über Funkbrücken von Gerät zu Gerät. Jede Funkbrücke halbiert die Geschwindigkeit. Wo kein Kabel liegt, ist ein Kabel der billigste Weg, auch wenn der Elektriker kommen muss.
Terrasse, Strandkorb, Parkplatz
Der Gast erwartet Empfang auf der Terrasse, am Pool und im Strandkorb vor dem Haus. Dafür gibt es wetterfeste Access Points für außen, die an der Fassade oder an einem Mast sitzen. Sie decken je nach Bauweise 30 bis 60 Meter ab. Auf dem Parkplatz reicht meist ein Gerät für das Einchecken per App im Auto. Gegen Salzluft an der Küste hilft ein Gehäuse mit Schutzart IP67 und ein Blick alle zwei Jahre auf die Anschlüsse.
Inselhotels: wenn die Leitung das Nadelöhr ist
Auf den Inseln ist das Leitungsangebot der entscheidende Faktor. Ob und wo Glasfaser liegt, unterscheidet sich je Insel und Straße; wir prüfen es für Ihre Adresse. Wo nur Kupfer liegt, bündeln wir zwei Anschlüsse oder ergänzen eine Mobilfunkleitung mit Außenantenne, und das Gästenetz bekommt eine Bandbreitenregel: jeder Gast bekommt einen festen Anteil, niemand kann alles belegen. Updates von Betriebsgeräten laufen nachts.
Die zweite Inselregel ist Ersatz vor Ort: Halten Sie einen Access Point und ein Netzteil im Schrank bereit. Fällt in der Saison ein Gerät aus, tauscht es jemand im Haus, und wir richten es aus der Ferne ein.
Rechenbeispiel: 40 Zimmer auf Norderney
Ein Hotel mit 40 Zimmern auf drei Etagen, Massivbau von 1995 mit zwei Flügeln, Frühstücksraum, Terrasse zum Meer, Rezeption mit Kasse und Buchungssystem. Glasfaser liegt im Haus (Beispielwerte).
| Position | Menge | Rechenweg |
|---|---|---|
| 12 Access Points in den Fluren, Ubiquiti UniFi, mit Strom über Netzwerkkabel | 12 Stück | 12 × Preis je Access Point, einmalig |
| 2 Außengeräte Terrasse und Eingang | 2 Stück | 2 × Preis je Außengerät, einmalig |
| Zwei Switches mit Stromversorgung über Kabel, Router mit Netztrennung | 2 Switches, 1 Router | nach Angebot, einmalig |
| Verkabelung 14 Dosen, Elektriker | 14 Dosen | 14 × Preis je Dose, nach Aufwand |
| Ausleuchtung vor Ort, Planung, Einrichtung der drei Netze, Anmeldeseite, Einweisung | 1 Einsatz | Stunden × Stundensatz |
| Glasfaseranschluss 1 Gigabit | 1 Anschluss | Monatspreis laut Tarif des Anbieters |
| Überwachung, Updates, Störungsannahme | Netzwerkgeräte | je Gerät und Monat, Service-Level nach Wahl |
| Summe | Einmalig: Geräte, Verkabelung, Einsatz | Monatlich: Anschluss und Überwachung |
Über fünf Jahre gerechnet teilen Sie die Summe durch 40 Zimmer und 60 Monate: Das ergibt die Kosten je Zimmer und Monat. Die Mengen oben sind Beispielwerte; Preise nennen wir im Angebot. Eine erste Schätzung für Ihr Haus liefert der Access-Point-Rechner auf der Seite Netzwerk und Telefonie.
