Ratgeber · Telefonie

Placetel oder 3CX:Cloud-Telefonie für Betriebe in Ostfriesland

Von Keven BöhmOktober 2026Lesezeit 9 MinutenDruckversion

Auf einen Blick

  • Placetel ist eine gemietete Telefonanlage aus der Cloud, 3CX eine Software, die Sie selbst oder ein Dienstleister betreibt. Beides ersetzt die alte ISDN-Anlage vollständig.
  • Bei uns ist Placetel der Standard. 3CX setzen wir in Einzelprojekten nach Bedarf ein, etwa bei vielen Nebenstellen, besonderen Anforderungen oder wenn ohnehin ein Server läuft.
  • Entscheidend ist auf beiden Wegen die Leitung: Ohne stabile Internetverbindung, auf den Inseln mit Ersatzweg, telefoniert keine Cloud.
Inhalt: ISDN ist abgeschaltet: was jetzt kommt, Zwei Betriebsmodelle: gemietet oder selbst betrieben, Was es kostet, je Nebenstelle, Teams, Handy und Homeoffice, Endgeräte: Tischtelefon, Headset, DECT, Ausfallsicherheit, besonders auf den Inseln, Wartung, Updates, wer ist verantwortlich, Unsere Empfehlung je Betriebsgröße, Checkliste vor dem Wechsel
InhaltISDN ist abgeschaltet: was jetzt kommtZwei Betriebsmodelle: gemietet oder selbst betriebenWas es kostet, je NebenstelleTeams, Handy und HomeofficeEndgeräte: Tischtelefon, Headset, DECTAusfallsicherheit, besonders auf den InselnWartung, Updates, wer ist verantwortlichUnsere Empfehlung je BetriebsgrößeCheckliste vor dem Wechsel

ISDN ist abgeschaltet: was jetzt kommt

ISDN ist abgeschaltet, die alte Anlage im Keller hängt an einem Adapter, und spätestens beim nächsten Umzug stellt sich die Frage: Welche Telefonanlage kommt jetzt? Zwei Namen fallen in fast jedem Gespräch, das wir in Ostfriesland führen: Placetel und 3CX. Aktiv setzen wir Placetel ein, das ist unser Standard, und wir sind Placetel-Partner. 3CX setzen wir in Einzelprojekten nach Bedarf ein. Das sollten Sie wissen, bevor Sie weiterlesen. Wo 3CX die bessere Wahl sein kann, steht weiter unten.

Zwei Betriebs­modelle: gemietet oder selbst betrieben

Placetel ist ein Dienst. Die Anlage läuft im Rechenzentrum des Anbieters, Sie mieten Nebenstellen und Rufnummern, richten alles im Browser ein, und das Tischtelefon oder die App meldet sich dort an. Es gibt nichts, was bei Ihnen im Haus stehen muss, außer dem Router.

3CX ist eine Software. Sie läuft auf einem kleinen Server bei Ihnen, auf einem Mini-Rechner im Schrank oder gemietet in einer Cloud. Rufnummern kommen von einem SIP-Anbieter Ihrer Wahl, etwa SIT-Telecom oder der Telekom. Die Lizenzbedingungen legt der Hersteller fest; die aktuellen Konditionen nennen wir im Angebot.

Die eigentliche FrageMeist geht es weniger darum, welche Anlage besser ist, als darum, wer sie betreiben soll. Wer niemanden hat, der sich um einen Server kümmert, und auch keinen Dienstleister dafür bezahlen will, landet bei Placetel. Wer ohnehin einen Server betreibt oder betreiben lässt, kann 3CX dazunehmen.

Was es kostet, je Nebenstelle

PositionPlacetel3CX
Grundpreis je Nebenstelle und Monatlaut Tarif des AnbietersLizenz laut Hersteller
Rufnummern und Gesprächsminutenim Tarif des Anbietersüber einen SIP-Anbieter, nach dessen Tarif
Server oder HostingkeinerMini-Rechner oder Cloud-Instanz, nach Angebot
Einrichtung durch uns, 10 Nebenstellennach Aufwand zum Stundensatznach Aufwand zum Stundensatz
Wartung, Updates, Sicherheitim Dienst enthaltendurch Sie oder im Managed Service
Tischtelefonegleich, nach Angebotgleich, nach Angebot

Welches Modell günstiger ist, hängt von der Zahl der Nebenstellen und von der Betreuung ab. Rechnet man die Betreuung des Servers mit ein, kann ein Vorteil bei kleinen Betrieben entfallen. Wir rechnen beide Wege im Angebot mit Ihren Zahlen durch.

Teams, Handy und Homeoffice

Beide Systeme haben Apps für Handy und Rechner, beide binden Microsoft Teams an. Umfang und Kosten der Teams-Anbindung unterscheiden sich je Tarif und Stufe und stehen im Angebot; sie braucht eine saubere Einrichtung im Microsoft-Konto. Wer Teams nur für Videokonferenzen nutzt, braucht keine Anbindung. Wer aus Teams heraus mit der Festnetznummer telefonieren will, sollte das im Angebot ausdrücklich vereinbaren und einmal testen, bevor die alte Anlage abgeschaltet wird.

Für das Homeoffice gilt: Das Tischtelefon zu Hause funktioniert bei beiden, wenn der heimische Router mitspielt. Die App auf dem Handy ist meist die bessere Wahl, weil sie nichts voraussetzt.

Endgeräte: Tischtelefon, Headset, DECT

Die Geräte sind bei beiden Systemen dieselben: Tischtelefone von Yealink oder Snom, Headsets per USB oder Bluetooth, DECT-Basen für Werkstatt, Lager und Hotelflur. Vorhandene SIP-Telefone lassen sich oft weiternutzen, alte ISDN-Geräte nicht. Für Gastronomie und Hotel lohnt eine DECT-Basis mit mehreren Antennen mehr als jede App, weil das Personal keine Hand frei hat.

Ein Punkt, der oft vergessen wird: Fax. Beide Systeme bieten Fax per E-Mail. Arztpraxen und Verwaltungen, die noch Fax brauchen, sollten das vorher testen, weil Fax über Internet nicht in jeder Konstellation zuverlässig ist.

Ausfall­sicherheit, besonders auf den Inseln

Eine Cloud-Anlage telefoniert nur, wenn das Internet steht. Auf dem Festland ist das mit Glasfaser oder gutem Kabel selten ein Thema. Auf Norderney, Juist oder Langeoog, wo die Leitung über wenige Seekabel und Richtfunk läuft, ist ein Ersatzweg Pflicht: ein Mobilfunkrouter, der bei Ausfall übernimmt. Beide Systeme überstehen den Umschaltvorgang, laufende Gespräche brechen ab.

Der Unterschied: Fällt bei Placetel das Rechenzentrum aus, liegt die Behebung beim Anbieter. Fällt bei 3CX Ihr Server aus, können Sie etwas tun, müssen es aber auch. Eine Rufumleitung auf ein Handy lässt sich bei beiden vorab hinterlegen, und das ist die wichtigste Vorkehrung.

Vor dem Abschalten der alten AnlageRufumleitung für den Ausfall einrichten, Ersatzweg über Mobilfunk testen, Notrufe von jedem Apparat prüfen. Bei Cloud-Telefonie muss die Standortangabe für den Notruf stimmen, sonst landet der Anruf in der falschen Leitstelle.

Wartung, Updates, wer ist ver­ant­wort­lich

Bei Placetel ist die Antwort kurz: der Anbieter. Sie pflegen Benutzer und Rufgruppen, mehr nicht. Bei 3CX sind Sie oder Ihr Dienstleister verantwortlich für Updates, Sicherheit und Sicherung. Wer die Anlage selbst betreibt, muss Sicherheitsmeldungen des Herstellers mitbekommen und reagieren. Das spricht nicht gegen 3CX, aber für einen Betreuungsvertrag, wenn niemand im Haus das übernimmt.

Unsere Empfehlung je Betriebs­größe

BetriebEmpfehlungWarum
Praxis, Kanzlei, Handwerk bis 15 NebenstellenPlacetelNichts zu betreiben, Fax per Mail, Preis überschaubar
Hotel, Gastronomie mit DECT und WarteschleifePlacetel, 3CX bei großem Haus im EinzelprojektDECT geht bei beiden; ab vielen Zimmern lohnt der Vergleich der Lizenzmodelle
Betrieb mit 30 und mehr NebenstellenPlacetel, 3CX im EinzelprojektBei vielen Nebenstellen lohnt der Vergleich der Lizenzmodelle
Verwaltung mit Vergabe und Datenschutzprüfungje nach VorgabeStandort der Daten und AVV entscheiden, nicht die Technik
Betrieb mit eigenem Server und IT-Kraft3CX im EinzelprojektDie Betreuung ist ohnehin da

Es gibt Gegenstimmen, und sie haben recht: Wer Placetel nimmt, bindet sich an einen Anbieter und dessen Preise. Wer 3CX nimmt, kann den SIP-Anbieter wechseln und die Anlage mitnehmen. Diese Freiheit kostet Betreuung, und sie ist für die meisten kleinen Betriebe mehr wert auf dem Papier als im Alltag.

Checkliste vor dem Wechsel

Was wir dazu anbieten

Placetel richten wir ein und betreuen es. 3CX setzen wir in Einzelprojekten nach Bedarf ein und betreuen es dann nach Absprache im Managed Service. Auf den Inseln mit Mobilfunk-Ersatzweg und Rufumleitung für den Ausfall.

Keven BöhmGeschäftsführung · Neuland IT SolutionsStand Oktober 2026. Fragen zum Text: 04941 9867750

Mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft. Kennzeichnung nach Art. 50 KI-VO. Dieser Text ist keine Rechts- oder Steuerberatung; Beträge und Konditionen können sich ändern.

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