ISDN ist abgeschaltet: was jetzt kommt
ISDN ist abgeschaltet, die alte Anlage im Keller hängt an einem Adapter, und spätestens beim nächsten Umzug stellt sich die Frage: Welche Telefonanlage kommt jetzt? Zwei Namen fallen in fast jedem Gespräch, das wir in Ostfriesland führen: Placetel und 3CX. Aktiv setzen wir Placetel ein, das ist unser Standard, und wir sind Placetel-Partner. 3CX setzen wir in Einzelprojekten nach Bedarf ein. Das sollten Sie wissen, bevor Sie weiterlesen. Wo 3CX die bessere Wahl sein kann, steht weiter unten.
Zwei Betriebsmodelle: gemietet oder selbst betrieben
Placetel ist ein Dienst. Die Anlage läuft im Rechenzentrum des Anbieters, Sie mieten Nebenstellen und Rufnummern, richten alles im Browser ein, und das Tischtelefon oder die App meldet sich dort an. Es gibt nichts, was bei Ihnen im Haus stehen muss, außer dem Router.
3CX ist eine Software. Sie läuft auf einem kleinen Server bei Ihnen, auf einem Mini-Rechner im Schrank oder gemietet in einer Cloud. Rufnummern kommen von einem SIP-Anbieter Ihrer Wahl, etwa SIT-Telecom oder der Telekom. Die Lizenzbedingungen legt der Hersteller fest; die aktuellen Konditionen nennen wir im Angebot.
Was es kostet, je Nebenstelle
| Position | Placetel | 3CX |
|---|---|---|
| Grundpreis je Nebenstelle und Monat | laut Tarif des Anbieters | Lizenz laut Hersteller |
| Rufnummern und Gesprächsminuten | im Tarif des Anbieters | über einen SIP-Anbieter, nach dessen Tarif |
| Server oder Hosting | keiner | Mini-Rechner oder Cloud-Instanz, nach Angebot |
| Einrichtung durch uns, 10 Nebenstellen | nach Aufwand zum Stundensatz | nach Aufwand zum Stundensatz |
| Wartung, Updates, Sicherheit | im Dienst enthalten | durch Sie oder im Managed Service |
| Tischtelefone | gleich, nach Angebot | gleich, nach Angebot |
Welches Modell günstiger ist, hängt von der Zahl der Nebenstellen und von der Betreuung ab. Rechnet man die Betreuung des Servers mit ein, kann ein Vorteil bei kleinen Betrieben entfallen. Wir rechnen beide Wege im Angebot mit Ihren Zahlen durch.
Teams, Handy und Homeoffice
Beide Systeme haben Apps für Handy und Rechner, beide binden Microsoft Teams an. Umfang und Kosten der Teams-Anbindung unterscheiden sich je Tarif und Stufe und stehen im Angebot; sie braucht eine saubere Einrichtung im Microsoft-Konto. Wer Teams nur für Videokonferenzen nutzt, braucht keine Anbindung. Wer aus Teams heraus mit der Festnetznummer telefonieren will, sollte das im Angebot ausdrücklich vereinbaren und einmal testen, bevor die alte Anlage abgeschaltet wird.
Für das Homeoffice gilt: Das Tischtelefon zu Hause funktioniert bei beiden, wenn der heimische Router mitspielt. Die App auf dem Handy ist meist die bessere Wahl, weil sie nichts voraussetzt.
Endgeräte: Tischtelefon, Headset, DECT
Die Geräte sind bei beiden Systemen dieselben: Tischtelefone von Yealink oder Snom, Headsets per USB oder Bluetooth, DECT-Basen für Werkstatt, Lager und Hotelflur. Vorhandene SIP-Telefone lassen sich oft weiternutzen, alte ISDN-Geräte nicht. Für Gastronomie und Hotel lohnt eine DECT-Basis mit mehreren Antennen mehr als jede App, weil das Personal keine Hand frei hat.
Ein Punkt, der oft vergessen wird: Fax. Beide Systeme bieten Fax per E-Mail. Arztpraxen und Verwaltungen, die noch Fax brauchen, sollten das vorher testen, weil Fax über Internet nicht in jeder Konstellation zuverlässig ist.
Ausfallsicherheit, besonders auf den Inseln
Eine Cloud-Anlage telefoniert nur, wenn das Internet steht. Auf dem Festland ist das mit Glasfaser oder gutem Kabel selten ein Thema. Auf Norderney, Juist oder Langeoog, wo die Leitung über wenige Seekabel und Richtfunk läuft, ist ein Ersatzweg Pflicht: ein Mobilfunkrouter, der bei Ausfall übernimmt. Beide Systeme überstehen den Umschaltvorgang, laufende Gespräche brechen ab.
Der Unterschied: Fällt bei Placetel das Rechenzentrum aus, liegt die Behebung beim Anbieter. Fällt bei 3CX Ihr Server aus, können Sie etwas tun, müssen es aber auch. Eine Rufumleitung auf ein Handy lässt sich bei beiden vorab hinterlegen, und das ist die wichtigste Vorkehrung.
Wartung, Updates, wer ist verantwortlich
Bei Placetel ist die Antwort kurz: der Anbieter. Sie pflegen Benutzer und Rufgruppen, mehr nicht. Bei 3CX sind Sie oder Ihr Dienstleister verantwortlich für Updates, Sicherheit und Sicherung. Wer die Anlage selbst betreibt, muss Sicherheitsmeldungen des Herstellers mitbekommen und reagieren. Das spricht nicht gegen 3CX, aber für einen Betreuungsvertrag, wenn niemand im Haus das übernimmt.
Unsere Empfehlung je Betriebsgröße
| Betrieb | Empfehlung | Warum |
|---|---|---|
| Praxis, Kanzlei, Handwerk bis 15 Nebenstellen | Placetel | Nichts zu betreiben, Fax per Mail, Preis überschaubar |
| Hotel, Gastronomie mit DECT und Warteschleife | Placetel, 3CX bei großem Haus im Einzelprojekt | DECT geht bei beiden; ab vielen Zimmern lohnt der Vergleich der Lizenzmodelle |
| Betrieb mit 30 und mehr Nebenstellen | Placetel, 3CX im Einzelprojekt | Bei vielen Nebenstellen lohnt der Vergleich der Lizenzmodelle |
| Verwaltung mit Vergabe und Datenschutzprüfung | je nach Vorgabe | Standort der Daten und AVV entscheiden, nicht die Technik |
| Betrieb mit eigenem Server und IT-Kraft | 3CX im Einzelprojekt | Die Betreuung ist ohnehin da |
Es gibt Gegenstimmen, und sie haben recht: Wer Placetel nimmt, bindet sich an einen Anbieter und dessen Preise. Wer 3CX nimmt, kann den SIP-Anbieter wechseln und die Anlage mitnehmen. Diese Freiheit kostet Betreuung, und sie ist für die meisten kleinen Betriebe mehr wert auf dem Papier als im Alltag.
